Des Schamanen Wahnsinn

Sonntag, Mai 15, 2016

My two cents zum Eurovision Song Contest 2016

Ein Samstag Abend, an dem ich nicht unterwegs bin. Selten genug. Dann kann man auch mal den Grand Prix gucken. Es wird wohl noch lange dauern, bis keiner die Veranstaltung mehr so nennt.
Ich hatte mich schon vormittags mit einem Schnelldurchlauf aller Songs vorbereitet. Abends konnte ich mich nur noch an wenige erinnern.

Was bleibt denn dann in Erinnerung? Es gab weniger nationale Folklore wie in den vergangenen Jahren. Die Lieder waren vornehmlich gefällig und scheinbar auf Radiotauglichkeit hin geschrieben worden. Vieles erinnerte mich an die 80er, vor allem auch die Frisuren. Ist das wieder in? Kann mir eigentlich auch egal sein, ich habe eine Nichtfrisur, die morgens so aussieht, wie das Kissen sie gemeißelt hat.

Es gab viel osteuropäische Schmachthymen, die mir nie so zusagen. Irgendwie muss ich da immer an Dorfdiscos denken, keine Ahnung warum. So geht es mir auch bei der Gewinnerin aus der Ukraine. Ich fand das Gejammer teilweise unerträglich. Nicht, dass ich das australische Lied viel besser gefunden hätte. Generell hätte mich ein australischer Sieg beim ESC schon etwas verwundert. Der Russe auf Platz 3... ja gut, gefällig halt.

Das schwedische Lied kam mir wie einige andere auch etwas abgekupfert vor. Die englischen Kunstlederbubis waren doch sehr weichgespült, einfach zu nett.

Ich habe Georgien die Daumen gedrückt. Die einzige echte Band, die auch Musik machte. Wovon es mehr geben sollte. Es spricht ja nichts dagegen, dass die Songs für Solokünstler geschrieben werden. Aber etwas mehr Ausgewogenheit wäre doch schön.

Was war gut? Das neue Bewertungssystem machte es spannender, die Lieder kamen schnell hintereinander und es kam so keine Länge auf bei der Veranstaltung. In der Halle herrschte gute Stimmung, es war ein schönes europäisches Fest.

Die Moderation war spitze. Der Vorjahresgewinner und eine wahrscheinlich in Schweden bekannte Moderatorin nahmen die ganze Veranstaltung selbstironisch auf die Schippe. Sowas erwarte ich von der Ukraine nächstes Jahr nicht unbedingt, aber ich lasse mich gerne überraschen.

Ist noch was zum deutschen Beitrag zu sagen? Jetzt wird nach Gründen gesucht für etwas, das eigentlich egal ist. Tröstet Jamie-Lee, wenn nötig, ansonsten abhaken. Auch wenn mathematisch gesehen 11 Punkte scheinbar noch weniger sind als 0 im Vorjahr. Mal sehen, ob die Bildzeitung wieder fordert, dass wir nicht mehr teilnehmen. Oder ganz aus der EU austreten, weil die Kanzlerin schuld ist...

Und jetzt hör ich mir noch mal Georgien an. In dem Sinne frohe Pfingsten.

3 Comments:

  • Mit Alex Diehl (dem zweiten des Vorentscheid) wären wir sicher weiter vorn gelandet, eben wegen der politischen Aussage und weil es ein ungewöhnlicher Künstler ist.
    Übrigens, der wohnt bei mir quasi gleich neben an. Daher vielleicht mein Lokalpatriotismus. :-)

    Außerdem bin ich der Meinung, dass die Leute wieder in ihrer Landessprache singen sollten, so wie früher.

    By Anonymous Christina, at 4:34 vorm.  

  • Der Name sagt mir gar nichts, aber ich habe den Vorentscheid ja auch nicht geguckt.
    Ach, auf englisch finde ich schon okay.

    By Blogger Jim, at 5:02 vorm.  

  • By Anonymous Christina, at 12:14 vorm.  

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