Des Schamanen Wahnsinn

Donnerstag, Januar 19, 2017

Zwei Erlebnisse in der Bank

Gestern Abend musste ich zur Bank um zwei Rechnungen zu bezahlen. Ja, ich benutze immer noch kein Onlinebanking. Mir ist und bleibt so etwas suspekt. Während ich meine Überweisung in den Automaten eintippte, hatte ich zwei Erlebenisse, die es lohnt zu teilen. Finde ich zumindest.

In meinem Rücken befanden sich sowohl der Automat, an dem man Auszüge zieht, als auch der, an dem man sich Geld auszahlen lassen kann. Ein junger Mann zog sich Auszüge. Und das muss wohl er wohl länger nicht gemacht haben, denn der Automat druckte und druckte, das alles mit dem herrlichen Geräusch, dass sie dabei eben machen. Er zog sich das Bündel Papier heraus und ging damit an mir vorbei, als der Kasten wieder ansprang. Es waren so viele Blätter, dass der Schlitz für alle zusammen wohl zu eng war. Ich rief ihm nach, dass da noch etwas kommt. Etwas verschämt grinsend bedankte er sich bei mir und wartete auf den zweiten Stapel.

Neben uns zog eine junge Mutter mit ihrer Tochter Geld. Das Mädchen saß im Kinderwagen und war vielleicht zwei Jahre alt, vielleicht sogar etwas jünger. Sie krähte immer wieder vergnügt etwas, dass ich nicht richtig verstand. Dabei zeigte sie auf das Hinweisschild, dass einen durchgestrichenen Fünf-Euro-Schein zeigt. Die Mutter sagte dann: "Ja, Taschendgeld." Das war es also, was das Mädchen sagte. Ich wunderte mich, denn in dem Alter war mir Taschengeld noch völlig fremd. Und vor allem Scheine.

Damals war ein Markstück schon etwas besonderes, wenn es in die Spardose kam. Ganz zu schweigen vom guten alten Fünf-Mark-Stück. So ändern sich eben die Zeiten.

Dienstag, Januar 17, 2017

Dummheit kann man nicht verbieten - aber bekämpfen

Nun haben die Richter des Bundesverfassungsgerichts also entschieden, wie man erwarten musste. Die NPD wird nicht verboten. Im ersten Moment hab ich gedacht: "Schade".

Klar, kein Mensch braucht die NPD. Aber in der Begründung der Richter, wie ich sie oberflächlich aus den Nachrichten aufgefangen habe, liegt schon ein wenig Wahrheit. Und die lautet: die NPD ist einfach völlig unwichtig. Ein Haufen sich freiwillig von der Gesellschaft abhängender Altnazis und ewiggestrige, die nicht verstehen, wie die Welt funktioniert. Schwach und bedeutungslos.

Ein Verbot hätte nicht viel verändert. Vielleicht sogar die NPD zu Helden der rechten Szene stilisiert und sie bestärkt in ihrem Kampf gegen die Demokratie. Im Grunde ist es auch irgendwie ein Zeichen starker Demokratie, wenn man solche Parteien aushält. Und sie eben mit Fakten und Inhalten ausmanövriert und bedeutungslos macht. Dazu kommt ja, das sich rechtes Pack durch ihre Aussagen ja zum Glück immer selbst richtig schön doof darstellt. Da kann man gleichzeitig den Kopf schütteln und laut drüber lachen.

Also, liebe NPD, viel Spaß auch in Zukunft bei leeren Wahlkampfveranstaltungen mit euren Altherrenverein. Ich werde auch wieder Flyer von euch mitnehmen, wenn ihr sie mir in der Fußgängerzone in die Hand drückt. Das ist hier zwar viele Jahre nicht passiert, aber ich habe nicht vergessen, wie und wo ich sie der richtigen Verwendung zuführe. Recycling ist das Stichwort.

Im übrigen wiesen die Richter auch darauf hin, dass viele NPD-Mitglieder zur AfD abgewandert waren. Wie heißt es so schön? Aller guten Dinge sind drei. Vielleicht ja auch bei Verbotsanträgen...

Aber auch das ist wohl nicht nötig. Die Anti-Alternative für alles wird in ein paar Jahren den Weg der NPD gehen. Ganz ohne Verbot. Bis dahin gilt: Dummheit kann man nicht verbieten - aber bekämpfen. Ich freu mich drauf.

Montag, Januar 16, 2017

Allied - Vertraute Fremde - UCI Bochum

Nach dem Kinochaos am Wochenende davor, haben wir es nun doch noch geschafft, den Film mit Brad Pitt zu sehen, bevor er abgesetzt wird. Er lief bereits nach drei Wochen kaum noch irgendwo. Also mussten wir ins UCI, das mir gar nicht so gefällt. Optisch mag ich zwar die große Eingangshalle, aber das war dann auch schon alles.

Umbaumaßnahmen ließen uns schon durch den Schnee laufen, als wir den richtigen Eingang suchten. Bereits an der Kasse fand ich es kompliziert. "Haben Sie die EC-Karte mit, die Sie bei der Bestellung angegeben haben?" Früher ging man ins Kino, kaufte sich eine Karte und gut war es. Es wird halt immer besser. Kann es auch mal leichter werden?

Was es auf jeden Fall immer wird, ist teurer. Karten im zweistelligen Bereich an einem Donnerstag Abend? Ohne 3D, ein ganz normaler Film. Okay, er hatte fünf Minuten Überlänge, aber trotzdem.
Das UCI bietet eine Unlimited-Card an. Für 22,50 Euro im Monat kann man so viele Filme ansehen, wie man möchte. "Bei drei Filmen hat man das Geld raus", murmelte ich vor mich hin. Die Frau an der Kasse wies mich darauf hin, dass schon zwei Filme ausreichen würden. Was mich dazu verleitete, sie darauf hinzuweisen, dass das wohl an ihren Preisen läge. Ihr Blick zeigte keine Dankbarkeit ob dieses Hinweises.

Als nächstes Ärgernis erwiesen sich die Preise für Getränke und Snacks. Während der langen Anstehzeit hatte ich Muße genug, sie zu studieren. Die Anstehzeit war so lange, dass wir uns für die Seitentheke entschieden. Eine lobenswerte Einrichtung, wie ich finde. Wenn sie denn ihren Sinn komplett erfüllen würde. Tat sie aber nicht, wie folgendes als Gedächtnisprotokoll aufgeführtes Gespräch beweist.

"Wir hätten gerne die Chicken Nachos."
"Die gibt es nur an der Haupttheke."
"Aber da hängt die Werbung dafür."
"Ja, aber wir sind hier nicht so ausgerüstet. Wir haben hier nicht so ein cooles Chicken Nacho Dingens."
"Ah jaa... dann hätten wir gerne Nachos und ein stilles Wasser."
"Stilles Wasser geht nur in Menü eins oder drei."
"Warum?"
"Hm, ja ... ähm, ist so."

Okay, macht alles total Sinn. Nicht.

Lange Vorrede für einen Film, über den es weniger zu sagen gibt. Es geht um einen Geheimagenten im zweiten Weltkrieg, gespielt durch Brad Pitt, der zusammen mit einer Partnerin, gespielt Marion Cotillard, in Casablanca ein Attentat auf einen Nazi begeht. Im Anschluss werden die beiden ein paar.
Das Leben und der Krieg gehen weiter, sie bekommen ein Kind, es könnte alles mehr oder weniger glücklich sein. Doch dann wird Brad Pitt informiert, dass seine Frau nicht die sein könnte, die sie vorzugeben versucht.
Natürlich ist Max, so der Name von Brad Pitts Charakter, bemüht, seine Frau zu entlasten und sucht eigenmächtig nach der Wahrheit.

Der Film ist gut, aber mehr auch nicht. Stellenweise weist er einige Längen auf und hätte für mich gekürzt werden können. Sehr gut gefällt mir die Optik. Die Welt der 40er-Jahre ist sehr gut getroffen, sowohl in Kulisse als auch Kostüm. Brad Pitt und Marion Cotillard spielen beide sehr gut. Aufgrund der Vorhersehbarkeit bleibt die Spannung aber teilweise ein wenig auf der Strecke. Nichtsdestotrotz ein ansehnlicher Film. Selbst im UCI.

Sonntag, Januar 15, 2017

Ad Astra - Chet Morrows Weg zu den Sternen

Im Zauberspiegel hat mein Kollege Thomas T.C. Franke ein Interview über die Serie "Ad Astra - Chet Morrows Weg zu den Sternen " gegeben. Da ich seit einer Weile ebenfalls dafür schreibe, möchte ich die Gelegenheit natürlich nutzen, euch den Link zum Interview zu präsentieren.

Außerdem wird Band 24 der Serie vorgestellt, den Thomas geschrieben hat. Beide Artikel sind sehr informativ und lesenswert. Nicht nur, weil ich einmal kurz erwähnt werde.

In gar nicht ferner Zukunft erscheint auch wieder ein Roman in der Serie, den ich mitverbrochen habe. Ich freue mich schon darauf, mein Belegexemplar in der Hand zu halten.

Ad Astra Band 24 - Der Malivia-Effekt

Interview mit Thomas T.C. Franke über Ad Astra

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Samstag, Januar 14, 2017

Der erste Tag im Wasser

Unser Hallenbad hat wieder geöffnet. Ich nutzte die Chance, um die Müdigkeit einer kurzen Nacht im Wasser abzuschütteln und mich für die kommenden Saisonspiele ein wenig in Form zu bringen.

Immerhin 72 Bahnen konnte ich zurücklegen, bevor der Bademeister auf die Uhr zeigte. Kurz vor Ende sprach mich ein Bekannter an, ob ich nicht an den Stadtmeisterschaften im Schwimmen teilnehmen möchte. Ich denke zwar nicht, dass ich eine realistische Chance hätte, aber warum eigentlich nicht?

So werde ich mich vermutlich doch anmelden. Das läuft dann unter der Kategorie "Dinge, von denen ich dachte, dass ich sie nie tun würde".

Also genau das, was ich mag. Zuschauer sind nächsten Sonntag ab 10 Uhr gerne gesehen.

Freitag, Januar 13, 2017

Nocturnal Animals - Casablanca Bochum

Der erste Film des Jahres wurde in meinem Lieblingskino gesehen. Am letzten Wochenende landeten wir, nach einer Planungsexpediton und diversen Städtetrips über Marl, RE, Bochum, Herne und Bochum dann doch noch im Kino.

Sollte google oder ein anderes multinationales Großunternehmen unsere Wege verfolgen ... tja, da denkt mal drüber nach!

Nun gut, am Ende war es dann Nocturnal Animals, obwohl etwas anderes geplant war. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Beschweren möchte ich mich nicht, denn ausgesucht hatte ich den Film und ich bin auch sehr zufrieden damit.

Im Grunde geht es um eine Frau, Susan Morrow gespielt von Amy Adams, die ein Buch von ihrem Ex-Mann zugeschickt bekommt, mit dem sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Anstatt des Wochenendes mit ihrem aktuellen Mann, der kurzfristig verreisen muss, liest sie das Buch.

Mehr und mehr verweben sich die Handlung des Romans und ihr Leben miteinander. Sie erkennt Parallelen, die durch die Art des Films, speziell der sich abwechselnden Handlungsebenen und ihrer Darstellung, sehr anschaulich visualisiert werden.

Während des ganzen Films herrscht eine bedrohliche Atmosphäre und ein aggressiver Unterton, zumindest kam es mir so vor. Stellenweise habe ich echt mitgefiebert und wusste bis zum Ende nicht genau, wie es nun ausgehen wird. Etwas, das mir recht selten passiert.

Alles bleibt sehr amerikanisch. Von der sterilen High-Class-Atmosphäre, in der Susan Morrow lebt bis hin zu den Rednecks aus dem Roman. Ich denke, in Europa wäre der Film ganz anders geworden, schlimm ist das aber nicht.

Wenn man mit dieser zynischen und düsteren Art klar kommt, dann ist der Thriller ein Film, den ich definitiv empfehlen kann. Im Kopf geblieben ist mir neben dem verstörenden Beginn vor allem das Spiel von Jake Gyllenhaal und noch mehr von Aaron Taylor-Johnson, der einen wirklich bösen Psychopathen abgibt.

Ob man nun bei Popcorn im Kino oder zuhause gemütlich auf der Couch schaut, ist egal, denn Nocturnal Animals ist kein Film, den man unbedingt auf der großen Leinwand gesehen haben muss, sondern auch auf dem Fernseher seine Wirkung entfalten kann.

Donnerstag, Januar 12, 2017

Der Müllvermeider der seinen Müll wegwarf

Gestern fuhr vor mir jemand auf dem Fahrrad. Der Mann, den ich nur von hinten sah, trug einen schwarzen Kapuzenpulli, auf dem Rücken war das bekannte Logo eines Comicmännchens, der ein Hakenkreuz in den Mülleimer wirft.

So weit, so gut. Ein sympathisches Outfit. Aber was dann geschah, ließ mich schmunzeln. Der Mann musste sich die Nase geputzt haben. Zumindest fiel ein zerknülltes Papiertaschentuch auf den Boden. Ob er es absichtlich weggeworfen hat oder es im aus der Tasche fiel, weiß ich nicht.

In Kombination mit dem Bild auf dem Pullover ergab das eine witzige Situation, denn wenn man nicht genau hinsah oder das Motiv nicht kannte, wirkte es wie ein Bild, dass zur Müllvermeidung aufrief. Was dem Vorfall genau widersprach.

Grinsend überholte ich den Mann mit meinem Auto und verschwand in der anbrechenden Dunkelheit.

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