Des Schamanen Wahnsinn

Mittwoch, Januar 03, 2018

Nachts klingelt das Grauen

Zugegeben, die Überschrift liest sich etwas dramatisch, aber sie ist doch ganz passend, denn teilweise liest sich die Story wie in einem Horrorfilm.


Der Regen schlug schwer gegen die Fensterscheibe und der Wind heulte durch die nur von wenigen Laternen erhellte Straße. Durch diese Geräusche geweckt, warf ich einen schnellen Blick auf die Uhr. 5.20 Uhr morgens. Noch genug Zeit, um mich umzudrehen und die Decke bis hoch an die Nasenspitze zu ziehen, um weiter den Schlaf des Gerechten zu genießen.


Doch plötzlich schallte ein mir wohl bekanntes Geräusch durch die Wohnung, das zu solch nachtschlafener Stunde jedoch eher selten zu hören ist und daher durch mich nicht sofort zuzuordnen war. Meine ersten Gedanken waren daher wahlweise die Ankündigung einer Ansprache des Tenno, Fliegeralarm oder die Fanfaren von Jericho.


Als die Schwaden der Müdigkeit durch den infernalischen Lärm langsam in Auflösung übergingen, dämmerte mir, dass es die Türklingel war. Um 5.20 Uhr?! In Dauerschleife?!


Wir sprangen beide auf, doch auch ein Druck auf den Türöffner, der einen vermeintlich dem Unwetter ausgesetzten Hausbewohner aus seiner Not befreien sollte, schuf keine Abhilfe.


Ich griff mir den Schlüssel, schloss die Wohnung auf und stürmte, in einen Pyjama feinster Art gekleidet, die wenigen Treppenstufen hinab. Ich riss die Tür auf, ganz in Erwartung einen durchnässten Menschen zu Angesicht zu bekommen, doch ich wurde enttäuscht. Einzig das Mondlicht und kalte Regentropfen trafen mein Gesicht. Ich warf einen Blick in beide Richtungen der Straße, doch auch dort war niemand zu sehen.


Unterdessen klingelte und bimmelte weiter der Türgong, von dem mir bisher nicht bekannt gewesen war, dass er als Ersatzstück für Big Ben in London fabriziert worden war. Ich war mir sicher, dass es alle Bewohner des Hauses zu einem frühen Frühstück zusammenrufen wurde, doch überraschenderweise blieb der Flur nur durch mich besucht.


Ich trat den Rückzug an, überprüfte die Klingel an der Wohnungstür, konnte jedoch auch dort keine Lösung für die Ruhestörung entdecken. Gefühlt waren zehn Minuten donnerhallender Glockenschlag vergangen, also blieb nur eine Lösung - Klingel abstellen. Aber wie?


Ich kam nur mit den Fingerspitzen an den Kasten. Es musste also Leiter und Werkzeug besorgen. Dann dauerte es noch eine Weile, bis ich den staubigen Plastikquälgeist fachmännisch geöffnet und seiner Stromquelle beraubt hatte.


Anstelle des Gongs schlug nur noch mein Herz, vermeintlich genauso laut. An erholsamen Schlaf war für uns leider nicht mehr zu denken. Danke für diesen großartigen Beginn, 2018!

Sonntag, Dezember 31, 2017

Einen guten Rutsch!

Liebe Blogleser,

rutscht gut rüber nach 2018 - damit wir uns alle froh und gesund wiederlesen. Ich werde mir dann auch Mühe geben, regelmäßiger zu schreiben. Was? Das habe ich schön öfter versprochen?

Tja, some things never change. ;-)

In dem Sinne - frohes neues Jahr!

Mittwoch, Dezember 06, 2017

Und was hat der Nikolaus dir so gebracht?

Antwort: eine Virusinfektion. Erkältung könnte man auch sagen. So kommt es, dass ich zu dieser Uhrzeit schon dick eingepackt im Bett liege. Neben mir Honigbonbons, Isländisch Moos, Halstabletten und Emser Pastillen. Das wird ein spannender Nachmittag...

Sonntag, Dezember 03, 2017

Froher erster Advent

Ich wünsche euch allen einen frohen ersten Advent. Heute lagen die ersten Schneeflocken vor der Haustür. Perfektes Wetter, um ein Kapitel zu bearbeiten und ein weiteres zu schreiben. Darum belohnen wir uns auch gleich mit einem Weihnachtsmarktbesuch am Abend. Denn Glühwein schmeckt auswärts eben doch am besten. :-)

Donnerstag, November 16, 2017

Blogfaulheit

Ja, ich gestehe mal wieder, dass ich übelst blogfaul bin. Und ich schäme mich auch, dieses Langzeitprojekt so zu vernachlässigen. Leider habe ich, außer lesen und dem übrigen anstrengenden Leben, keine Ausreden.

Außer dem noch geheimen Geheimprojekt. Aber da bleibt es beim psssst. Bis es Realität geworden ist. Man gackert nicht über ungelegte Eier. Also, Geduld. Davon könnte ich auch mal mehr gebrauchen...

Montag, Oktober 02, 2017

Ad Astra Band 25 "Sodors Ultimatum"

Gestern landeten meine Belegexemplare von Band 25 der Serie Ad Astra "Sodors Ultimatum" auf meinem Tisch, worüber ich mich sehr gefreut habe. Der Roman hat wieder ein tolles Cover bekommen und ich dachte daran zurück, wann ich ihn geschrieben habe. Das ist schon wieder eine ganze Weile her.

Mittlerweile sind wir schon an den Planungen zum nächsten Band, geschrieben wird er aber erst 2018. So weit gehen die Überlegungen dann oft doch in die Zukunft. Ich freue mich schon darauf, denn an der Serie schreibe ich nur ab und zu mit, dann aber immer mit sehr großer Freude. :-)

Wer das Buch direkt kaufen will, der kann das hier tun:

Sodors Ultimatum

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Donnerstag, August 24, 2017

Rezension: Dem Kroisleitner sein Vater - von Martin Schult

Was Deutsche und Österreichter trennt, das ist die gemeinsame Sprache. So ungefähr könnte man den vorliegenden Kriminalroman in Kurzfassung beschreiben.

Das allein würde aber nicht ausreichen, um dieses sehr unterhaltsame Buch vorzustellen. Zum Inhalt: Ein 104jähriger ist gestorben. Das ist erstmal nichts ungewöhnliches bei diesem Alter. Umso mehr aber, wenn der Mann mit blauer Zunge, aufgeschrammten Knien und einem abgerissenen Knopf in der Hand gefunden wird.

Über Umwege wird ein Berliner Polizist dann erst zum Verdächtigen, bevor er es ist, der die Ermittlungen quasi übernimmt. Dabei stößt er auf allerhand skurille Dorfbewohner, die alle ihre Geheimnisse haben.

Was erst ganz humorvoll beginnt, bekommt nach und nach einen ernsteren Ton und wird immer spannender. Kunstvoll gelingt es dem Autor, die vielen Fäden miteinander zu verweben und den Leser dabei bei der Stange zu halten, denn immer bleiben Rätsel offen und hinter jeder gelösten Frage wartet weiteres Stirnrunzeln.

Erst am Ende, nach einer Entführung, Morden und anderen verrückten Vorkommnissen, die schon fast an biblische Plagen erinnern, löst sich alles auf und der Leser kann sich wohlig aufatmend in seinem Lesesessel zurücklehnen. Endlich weiß man, wer der Mörder ist und warum alles gekommen ist, wie es kommen musste. Sogar, was mit der englischen Sängerin namens Amy in London geschehen ist.

Hut ab vor dem Autor, der diese vertrackte Geschichte bis zum Ende souverän durchzieht, nie in extreme Albernheiten abdriftet und dabei super unterhält. Ganz klare Leseempfehlung.