Des Schamanen Wahnsinn

Dienstag, Mai 30, 2017

Karten für die Phantastika gebucht

So, die Karten für das erste Septemberwochenende sind gebucht und ich freue mich jetzt schon auf ein phantastisches Wochenende in Oberhausen.

Das ist mal ein Veranstaltungsort fast um die Ecke. Da kann man wenigstens sicher sein, dass die Currywurst auch schmeckt. ;-)

Ansonsten lasse ich mich mal überraschen. Es ist schließlich die erste Auflage der Phantastika. Das Programm klingt nicht schlecht, ich habe mich auch zu einem Workshop angemeldet und vor allem hoffe ich, dass eine oder andere bekannte Gesicht zu sehen.

Montag, Mai 29, 2017

Der Brief - Carolin Hagebölling

Mit einem Brief kommt das Weltbild von Marie ins Wanken. Wer ist der Absender des Briefs? Wer weiß so viel über ihr Leben?

Spannend fängt das Buch an und hält sich am Anfang viele Richtungen offen, in die es gehen kann. Leider sind Maries Ermittlungen dann nicht so gut gelungen. Sie fährt mal eben nach Paris, obwohl sie gesundheitlich schwer angeschlagen ist, und alle Ermittlungsergebnisse fallen ihr mehr oder weniger einfach in den Schoß.

Trotzdem gelingt es der Autorin immer mal wieder, kleine Hinweise in die Geschichte einzustreuen, die den Leser auf eine falsche Fährte locken sollen.

Mit nur knapp 220 lässt sich die Autorin nicht ganz den Raum, den es vielleicht braucht, um Spannung aufzubauen. Diese wird zu oft durch persönliches Drama der Protagonistin unterspült.

Und wie oft am Ende eines solchen Buches, ist das Ende unbefriedigend. Es gibt nicht viele Möglichkeiten, eine Geschichte dieser Art aufzuklären. Meiner Meinung nach gelingt es der Autorin solide, aber eine neue Idee ist es nicht. Genauer ins Detail gehen kann ich nicht, sonst würde ich spoilern.

Für einen Lesenachmittag zwischendurch ist das Buch allemal geeignet.

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Die Hummerkönige - Alexi Zentner

Das schöne Cover des Buchs konnte mich zumindest dazu begeistern, die Leseprobe zu lesen. Und auch diese war gut genug, was vor allem am geschliffenen Stil des Autors liegt, mich für den Roman einzunehmen. Von diesem selbst allerdings war ich dann etwas enttäuscht.

Meiner Meinung nach kann sich der Autor nicht so ganz entscheiden, was er eigentlich beschreibt. Häufig wird weit ausgeholt, Geschehnisse in der Gegenwart mit Bildern aus der Vergangenheit beschrieben und in Verbindung gebracht, später wird auch noch ein Kriminalfall daraus.

Im großen und ganzen ist es die Geschichte der Familie Kings, die seit Jahrhunderten als Hummerfischer auf Loosewood Island lebt. Hauptperson ist Cordelia Kings, obwohl es auch sehr stark um ihren Vater geht, der eine sehr zentrale Person in ihrem Leben ist.

Ausufernd wird ihr Verhältnis untereinander, sowie das zu ihren Schwestern beschrieben. Und immer wenn man denkt, man würde die Personen kennen, zaubert der Autor neue hinzu: die Partner der Schwestern, verflossene Liebschaften, tote Vietnamveteranen des Vaters und fast alle Bewohner der kleinen Insel.

Dies führt dazu, dass bei der Hauptperson keine charakterliche Entwicklung festzustellen ist. Und wenn, dann eine, die ihr durch die äußeren Umstände aufgezwungen wird.

Am Ende ist die Geschichte vorüber, ohne das ich so recht wusste, um was es eigentlich ging. Mich konnte das Schicksal der Kings, obwohl es düster ist, nicht gefangen nehmen. Schlussendlich ist es auch einfach "too much", hier wird gefühlt ein schreckliches Ereignis an das nächste gereiht. Dazu treten die Kings noch, meiner Meinung nach, sehr selbstherrlich auf. Das geht bis zur Selbstjustiz. Sympathie kommt da bei mir nicht auf.

Freitag, Mai 26, 2017

Honeymoon XXL - Verliebt über den Erdball

Dies war das erste Reisebuch, dass ich jemals gelesen habe und ich habe es völlig offen auf mich zukommen lassen. Und was soll ich sagen? Ich war positiv überrascht.

In Honeymoon XXL reist ein frisch vermähltes Ehepaar quasi direkt vom Standesamt um die halbe Welt. Darüber berichten Julia und Stefan Richter ausführlich, wobei sie die Texte beigesteuert hat und die wirklich tollen Fotos von ihm stammen.

Das Buch beginnt mit den Überlegungen, eine etwas andere Hochzeitsreise erleben zu wollen. Am Ende steht eine Reise von Europa nach Asien, Australien und Nordamerika.

Das erste Ziel hieß Mongolei, das letzte vor der Rückkehr war Alaska. Über ihre Erlebnisse auf mehr als 92.000 Kilometern Reise hat Julia Richter Buch geführt.

Man merkt ihr zwar an, dass sie keine "gelernte" Autorin ist, aber das tut dem Lesespaß keinen Abbruch. Durch ihre sympathische Art nimmt sie einen schnell gefangen und stellenweise hat man das Gefühl, selbst mit auf der Reise zu sein.

Wer einen klassischen Reiseführer erwartet, der wird hier enttäuscht. Über die Historie der besuchten Orte wird hier ebenso wenig gesprochen wie es Restauranttipps oder ähnliches gibt. Hier wird aus ganz subjektiver Sicht berichtet, wie Julia und Stefan den Aufenthalt in Ländern wie Sri Lanka, Bali oder Neuseeland wahrgenommen haben.

Wer sich damit anfreunden kann, der wird an diesem Buch sicher seine Freude haben. Von Seite zu Seite wächst die Reisefreude und die Lust, selbst mal wieder in ferne Länder aufzubrechen und etwas neues zu entdecken.

Nebenbei lernt man noch viel darüber, wie wertvoll Zeit ist, vor allem die, die man mit Freunden oder seinen Liebsten verbringt.

Für Honeymoon XXL spreche ich eine klare Leseempfehlung für alle Reiselustigen aus.

Sonntag, Mai 21, 2017

Der Verlag Peter Hopf präsentiert seinen Starautoren: Oliver Müller

Mein Verlag war so nett, mich auf der Verlagshomepage zu präsentieren. Im Hintergrund könnt ihr meinen Garten sehen als Bonus. ;-) 

Autorenportrait Oliver Müller

Übrigens habe ich seit der Aufnahme mindestens wenn nicht noch mehr Kilos abgenommen! Ha!

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Dienstag, Mai 02, 2017

Ska in den Mai 2017 - Hagenbusch Marl

Der größte Tanzfeiertag des Jahres ist vorbei, der Tradition wurde genüge getan. Wie in jedem Jahr hüpfte und skankte ich auch in diesem Jahr wieder im Hagenbusch in den Mai. Seit Auflage dieser Veranstaltung habe ich keine verpasst, was wohl nur wenige Besucher von sich behaupten können.

Draußen standen viele Leute herum, drinnen war es ruhiger, trotzdem war an der Theke einiges zu tun. Fleißig trinken musste man, um den Flüssigkeitshaushalt in der sehr heißen Halle aufrecht zu erhalten.

Auch die Bands taten einiges, um die Atmosphäre aufzuheizen und das gelang vortrefflich. Pressure Droppers hatten leider krankheitsbedingt abgesagt, was ärgerlich war, denn diese Band war die einzige, die ich noch nicht gesehen hatte.

Die anderen Bands waren mir schon bekannt. Und da ich wusste, was mich erwartete, war ich in großer Vorfreude.

Den Opener gaben Vertikal aus Dorsten. Und das sind echte Männer mit Gefühlen

Witzige Texte, schnell und tanzbar, dabei viele Punkelemente, die die Halle in Wallung brachten. In den vorderen Reihen wurde gepogt, etwas weiter hinten ruhig getanzt. Ich hatte Vertikal schon letztes Jahr gesehen, es gab ein paar neue Songs und ich habe mir die CD gegönnt.

Danach kamen die Lexus Allstars

Im Grunde fast so etwas wie die Hausband des Summermeetings geworden in den letzten Jahren, lieferten die Jungs in gewohnter Weise eine Klasse Show ab. Mit sehr viel Reggae-Anteilen und gecoverten Klassikern strebte der Hagenbusch dem Tanzhöhepunkt entgegen.

Das war ein wenig ärgerlich für die Betrayers of babylon

Die Halle hatte sich merklich geleert, was diese gute Band eigentlich nicht verdient. Die Betrayers spielen Ska vom feinsten, mit tollen, auch politischen, Texten. Ob es daran lag, dass sie zum wiederholten Male da waren und die meisten sie schon kannten? Ich kann es nicht sagen. Ich selbst nutzte aber die Gelegenheit um in erster Reihe mitzusingen.

Ich freue mich schon auf das nächte Jahr, wenn die Massen wieder hüpfen und ich alter Mann mich zwischen die Jugendlichen mische.

Sonntag, April 23, 2017

John Katzenbach - Die Grausamen - Rezension "Zwei Jahrzehnte Schmerz"

Der erste Thriller, den ich in meinem Leseleben jemals gelesen habe. Ohne den Gewinn des Buchs wäre mir der Lesespaß wahrscheinlich verwehrt geblieben, denn das Cover und eben halt das Genre hätten mich in einer Buchhandlung wahrscheinlich nicht gereizt, das Buch in die Hand zu nehmen.

Die ganze Geschichte beginnt zwanzig Jahre in der Vergangenheit, als ein dreizehnjähriges Mädchen spurlos verschwindet. Der Fall bleibt, wie viele andere, unaufgeklärt und wäre vermutlich für immer in den Aktenschränken der Polizei verstaubt, wenn sich nicht zwei Ermittler, quasi als Strafarbeit bzw. letzte Chance diesen cold cases annehmen müssten.

Der eine, Gabe Dickinson, nach einem Bootsunfall, bei dem sein Schwager ums Leben kommt und durch die Trennung von seiner Frau und seinem Sohn, auf dem besten Weg auf den Boden einer Schnapsflasche abzutauchen. Die andere, Marta Rodriguez-Johnson, hat bei einem Einsatz für das Drogendezernat ihren Partner erschossen.

Mit beiden kann man mitleiden und sie förmlich vor sich sehen, wie sie, in ein kleines Büro abgeschoben, mit sich und den alten Fällen kämpfen.

Bei ihren Ermittlungen zu der verschwundenen Tessa stoßen sie auf andere Ungereimtheiten. Vier Todesfälle, die nicht miteinander in Zusammenhang stehen. Trotzdem entdecken sie eine Verbindung. Von da an fangen sie an, die Vergangenheit auszugraben und unangenehme Fragen zu stellen.

Während ihrer Suche stoßen sie immer wieder auf Mauern des Schweigens, tappen im Dunkeln und sehen sich in Sackgassen gefangen. Dazu kommen gefährliche Gegner, die nicht nur aus dem Bereich des Verbrechens stammen.

Ihre gemeinsame Jagd nach der Wahrheit lässt bei zu einem Team zusammenwachsen und von Seite zu Seite steigerte sich bei mir die Sympathie für die Ermittler, aus deren Sicht das Buch konsequent geschildert wird. Mal gemeinsam, mal getrennt marschierend, aber nie ohne die beiden Hauptpersonen schildert das Buch klassische Ermittlungsarbeit, wobei man immer das Gefühl hat, mitermitteln und mitleiden zu können und zu müssen.

Bis fast zum Schluss bleibt die Lösung offen und der Autor baut meisterhaft Verwicklungen und Fehlschläge ein, die immer wieder überraschen und den Leser ratlos und fast wütend zurücklassen.

Action gibt es in der Geschichte zwar auch, sie steht allerdings nicht im Vordergrund. Der liegt ganz klar auf der Ermittlung und der charakterlichen Entwicklung der beiden Hauptpersonen.

Angenehm ist auch der Stil. Alle Personen wirken echt, die Motivationen sind stets nachvollziehbar und die Dialoge klingen lebensecht.

Thriller werden wahrscheinlich nicht zu meiner Lieblingslektüre, aber wenn, dann hat der Autor bei mir schon mal einen Stein im Brett. Sollte es also jemals eine Fortsetzung mit diesem Ermittlungsduo geben, würde das Buch wohl auf meine Leseliste kommen.
       

Montag, April 10, 2017

Die Bahn und ich ... keine Freunde fürs Leben

Am Samstag war es wieder soweit. Wir wollten den ÖPNV nutzen, um zur Party zu kommen. Düster erinnerte ich mich noch an die letzten Male, die wirklich nur anstrengend und teuer waren. Schlimmer konnte es eigentlich nicht mehr kommen.

Ob es schlimmer war, ich weiß nicht. Aber nervig war es defiitiv wieder. Ich wollte uns die Tickets am Automaten kaufen und dabei bargeldlos zahlen. Das war der entscheidende Fehler. Der Kasten akzeptierte meine EC-Karte nicht. Systemfehler wurde mir angezeigt. Schön und gut, Bargeld war ja auch vorhanden. Dürfte ja kein Problem sein, jetzt die Zahlungsart zu ändern.

Denkste! Es war nicht möglich, zu wechseln. Selbst wenn man den Vorgang komplett abbrach und von vorne begann, es wurde noch Kartenzahlung zugelassen. Die ja nicht funktionierte.

Letztes mal stand ich in RE-Süd vor dem Kasten und konnte nicht mehr dem Zwanzig-Euro-Schein bezahlen, weil nur Fünf und Zehn-Euro-Scheine akzeptiert werden. Irgendwann steht dort bestimmt "Heute nur 10 Golddukaten aus dem 17. Jahrhundert als Zahlungsmittel zulässig".

Zum Glück gibt es aber eine kostenlose Servicehotline. Flugs das Mobiltelefon gezückt, die Verbindung hergestellt und den Mitarbeiter des Anbieters über das Problem aufgeklärt. Ob er mir denn eine Möglichkeit nennen können, wie man die Zahlungsart umstellt. Im folgenden ein Gespräch aus dem Gedächtnis. Zur Erklärung der Lage, in der Ferne war unser Zug bereits zu hören.

"Hallo, euer Kasten geht nicht! Er akzeptiert meine EC-Karte nicht und die Zahlungsart lässt sich nicht umstellen. Gibt es da einen Trick oder was muss ich machen?"

"Ich brauche erstmal die Gerätestandortnummer."

"V088blablablubb!"

"Hm. Und was geht nicht?"

Ich erläuterte erneut mein Problem.

"Hmmmmmmmmmmm."
Sehr langes Brummen, das klingt nicht gut.

"Ich  mach dann mal einen Vorgang auf."

"Okay."

"Haben Sie was zu schreiben?"

Diktiert er mir jetzt die Gebrauchsanleitung?

"Wofür?"

"Wollen Sie sich nicht die Vorgangsnummer aufschreiben?"

"Wofür?"

"Dann können Sie das vielleicht mit dem Schaffner klären."

"Vielleicht?"

"Hmmmmmmm."

"Also, ich sag mal so, unser Zug steht da und rollt langsam an."

"Hmmmmm."

"Wie gesagt, Sie können das dann mit dem Schaffner vielleicht besprechen und ihm die Vorgangsnummer geben."

"Der nächste Zug kommt in einer Stunde."

Traurig sah ich dem Rücklicht hinterher.

"Also wollen Sie die Vorgangsnummer nicht?"

"Damit ich das in einer Stunde vielleicht mit dem Schaffner klären könnte?"

"Ja."

"Nein!"

"Okay. Aber dann kann ich Ihnen jetzt auch nicht helfen. Ich wünsche Ihnen aber noch einen schönen Abend."

Schmerzlichen Dank!

Mal sehen, was beim nächsten mal los ist, wenn ich auf Schienen reisen möchte. Zurückreisen konnten wir übrigens auch nicht. Nicht, weil der Ticketautomat nicht funktionierte, nein, es bestand kein Angebot an adäquaten Reisemöglichkeiten um fünf Uhr morgens. Erst zwei Stunden später wäre der erste Zug oder Bus gefahren. Vielleicht hätte ich mir dafür noch eine Vorgangsnummer organisieren können in der Zeit...

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