Des Schamanen Wahnsinn

Mittwoch, Februar 16, 2022

Schwerkraft im Wandel der Zeit - oder: warum Kinderspielplätze für Erwachsene gesperrt werden sollten!

Gestern nutzten wir die kurze regenfreie Zeit und fuhren mal wieder zum Spielplatz. Während der Nachwuchs entspannt in der Schaukel saß, ließ ich meine Blicke schweifen. Eine Schaukel, ein Karussell, eine Rutsche, die man über ein abenteuerliches Sammelsurium aus Brücken und Leitern erreichte. Und am Ende eines Balkens zum Balancieren, ein Gerät, dessen Bezeichnung wohl Hangelgerüst ist. Ihr wisst schon, so eine Art querliegende Leiter, an der man sich unten dran hängen und im besten Fall von Sprosse zu Sprosse elegant bis zum rettenden Ende hangeln kann.

Ein Mädchen von etwa zehn bis zwölf Jahren zeigte mir gerade, wie einfach es ist. Gefühlt schwebte sie, weniger als eine halbe Minute benötigte sie für das gute Dutzend an Sprossen. Ich lächelte und erinnerte mich zurück, dass auch ich diese Disziplin einst meisterhaft beherrschte. Damals ...

Bei dem Anblick fühlte ich mich zurückversetzt in diese Zeit, was einen Energieschub auslöste, welchen ich nutzen wollte, um meine immer noch vorhandene jugendliche Dynamik unter Beweis zu stellen. Ich hätte nun einfach lässig zu dem Hangelgerüst schlendern können, aber nein, das wäre nicht genug!

Ich startete also zu Beginn. Das Balancieren gelang mir mühelos und steigerte meinen Enthusiasmus. Auch die folgende, aus nur wenigen wackeligen Balken bestehende Brücke, konnte mich nicht stoppen. In Gedanken bereite ich schon meine Anmeldung für "Ninja warrior germany" vor, ich hörte bereits die sich überschlagende Stimme des Moderators, der mich bejubelte.

Nur noch schnell die kleine Leiter hinauf, dann hatte ich schon die erste Plattform erreicht. Hier blieb ich nur kurz unter der doch sehr niedrig angebrachten Kette, die wohl Kinder vor dem Sturz bewahren sollte, hängen. Schlangengleich wand ich mich hervor und genoss den Ausblick, den mir meine Besteigung bescherte.

Von hier boten sich mir zwei Möglichkeiten. Entweder eine Feuerwehrstange, die mich direkt zu Boden führte, oder die Rutsche. Ich legte die Hand bereits auf das kühle Metall, dann sah ich nach unten. Ganz schön hoch! Das ist doch unglaublich! Eine Gefahr für unsere Kinder!

Ich wollte den anwesenden Kindern kein schlechtes Beispiel geben und entschied mich daher für die Rutsche. Waren die eigentlich früher auch so eng?

Ich zwängte mich in die Rinne, wobei ich ca. vier Kilogramm Sand, der sich dort oben angesammelt hatte, unter mir begrub, um ihn bei der rasenden Rutschpartie zurück in den Sandkasten zu befördern. Der leicht feuchte Untergrund bremste dabei sowohl meine immer noch gewaltige Geschwindigkeit, als auch meine Landung, bei der meine Sprunggelenke sich meldeten und mir in Erinnerung riefen, dass ich im Restaurant zur goldenen Möwe auch trotz Coupons durchaus mal nur das Menü in Small nehmen könnte.

Dennoch spürte ich die Blicke der anderen beaufsichtigenden Elternteile neidisch auf mir ruhen. Ich zeigte ein Lächeln, welches irgendwo zwischen "Gott, seid ihr anderen alt!" und "Ja, ich habe Spaß!" lag. Nun sollte doch die meisterhafte Kür folgen. Das Hangelgerüst.

Die Startplattform verließ ich wieder, da sie dafür sorgte, dass mein Kopf bereits über dem Gerät in den Wolken hing. Stattdessen stellte ich mich darunter und griff nach der ersten Sprosse. Doof war nur, dass meine Füße immer noch auf dem Boden standen. Ein Klimmzug würde die Lösung sein.

Doch irgendwie sorgten die schwere Jeansjacke und die vom nassen Sand schweren Schuhe dafür, dass mein Körper sich nicht erhob. Sei es drum, ich zog einfach die Füße an.

Sofort schmerzten meine Schultergelenke, meine Finger versuchten sich in das Metall zu krallen. Jetzt nur noch loslassen und nach der nächsten Sprosse greifen. Doch was war das? Meine Hände schienen wie Magnete mit dem Metall verschmolzen. Schwung! Ich brauchte Schwung!

Mit einer unwahrscheinlichen Willensleistung versetzte ich meinen Körper in Pendelbewegungen. Vor - zurück. Vor - zurück. Nein, einen Überschlag brauchte ich wahrlich nicht zu befürchten. Doch immerhin schien mir der Schwung nun ausreichend, um nach der nächsten Sprosse zu greifen. Ich löste die linke Hand, griff nach vorne. Als ein mörderischer Sog mich packte und in die Tiefe riss!

Ich versuchte noch, die Sprosse zu ergreifen, doch die Schwerkraft zog mich unbarmherzig zu Boden. Man darf nicht vergessen, dass die Fallgeschwindigkeit bereits nach einer Sekunde 35 km/h beträgt. Pro Sekunde nimmt sie um 9,81m/Sekunde zu!

Doch ich gab noch nicht auf. Ich versuchte, mich den Naturgesetzen zu widersetzen. Ich streckte den Arm, schleuderte die Hand nach oben. Meine Finger berührten das Metall! Leider in der Gestallt, als das ich volle Kanne dagegen schlug. Aus! Vorbei!

Ich stand enttäuscht und verletzt im Sand. Meine Finger schmerzten erbärmlich, selbst einen mehrfachen Trümmerbruch wollte ich nicht ausschließen. Schlimmer noch, ein Fingernagel war zerstört. Und was das Schlimmte war: ich musste einsehen, dass auch ich gegen den Lauf der Zeit machtlos war.

Zum Glück fand meine Frau tröstende Worte. "Das hast du doch schon letztes Jahr nicht geschafft!"

Tja, das hatte ich wohl verdrängt ... Auf der Rückfahrt beschloss ich eine Diät und hartes Training. Beides verwarf ich wieder, als wir den Hähnchenwagen passierten. Na ja, es heißt eben nicht umsonst Kinderspielplatz. Für Erwachsene sollten sie einfach gesperrt werden. Aus physikalischen Gründen und sowieso!

Dienstag, Oktober 05, 2021

John Sinclair 2256 - Die Rückkehr der Königin

 So, ab heute liegt mein neuer John Sinclair-Roman in den Regalen der Zeitschriftenhändler und an den Bahnhöfen. Schnappt euch euren Froschroman!

John Sinclair 2256 - Die Rückkehr der Königin

Ach, und wer daneben noch Maddrax 566 sieht, der sollte auch den mitnehmen. Den hab ich nämlich auch geschrieben. :-)


Labels: , , , , ,

Mittwoch, September 22, 2021

Kuriose Erlebnisse mit dem seltenen Nachnamen Müller im Restaurant zur goldenen Möwe

 Normalerweise sollte man glauben, dass wer mit dem Nachnamen Müller gesegnet ist, frei von seltsamen Wortwitzen durch das Leben gehen kann. Weit gefehlt, ihr Ahnungslosen!

Vergessen wir einfach mal die Fragen von Lehrern, ob man schon Geschwister in der Klasse hatte oder das Märchen vom Zahnarzt, der anhand der Zähne behauptet zu wissen, dass man eine Schwester hat. Gehen wir gleich in die Gegenwart. Genauer zu meinem letzten Besuch im Durchfahrtbereich im Restaurant zur goldenen Möwe.

Um längere Wartezeit zu vermeiden, denn der Hunger quälte mich und es war spät, hatte ich in der App vorbestellt. Ja, seit es dort Punkte wie bei Payback gibt, mache ich so neumodische Sperenzchen. Was ich bisher dabei vergaß, war, dass ich dabei auch meinen vollen Namen eingeben musste. Okay, vermutlich hätte ich mir auch ein Pseudonym wie "Burger-Johnny" geben können, aber ich bin da eigentlich recht angstfrei und habe mich daher korrekt angemeldet. Jeder kann wissen, wie viele Nuggets ich mir so im Monat reinziehe.

Aber folgendes Erlebnis lässt mich das nun doch überdenken.

Ich nannte also am Bestellschalter meinen Code aus der App. Im Anschluss entwickelte sich folgender Dialog.

"Heeeeey, Oliver Müller!"

Überrascht blickte ich auf. "Äh, ja?"

Bisher war ich dort nicht namentlich begrüßt worden, was mich leicht irritierte. Auch die nach jedem Satz des noch für mich unsichtbaren Gesprächspartner eintretende Pause, die stets lange genug andauerte, um in mir ein Gefühl des Unbehagens zu wecken, half mir nicht.

"Alles Müller oder was?!"

"Äh, ja, meistens."

"Müller, ha! Macht 12,38! Schalter 2."

Ich fuhr zum genannten Ort vor, fuhr die Scheibe herunter und zuckte zusammen, als der Angestellte des Fast Food-Restaurants förmlich aus seinem Schalter sprang und mir fast auf den Schoß krabbelte.

"Oliver Müller, hey!"

"Äääääh!"

"Ich heiße auch Müller!"

"Ja, ähm, toll!"

"Du kannst mir ja mal eine Müller Milch ausgeben."

"Vielleicht wenn ihr die mal anbietet."

Er schien ernsthaft über meinen Vorschlag nachzudenken, denn die bisher schon unangenehm lange Sprechpause dehnte sich weit über fünfzehn Sekunden. Beendet wurde sie von einem schallenden Gelächter. "HAHAHAHAHAAAAAHAAAAA!"

Ich wusste nicht, was ich noch sagen sollte und schwieg. Dafür hatte sich der Schalter-Müller wieder eingekriegt. "Man hat mich mal gefragt, ob mir Müller Milch gehört."

"Ja, das wäre schon gut, glaub ich."

"Dann wär ich reich, ne?"

"Ja."

"Wär gut, ne?"

"Ja."

"Haha!"

"Ja."

"Wegen Müller, ne?"

"JA!"

"Am nächsten Schalter abholen, Tschüss!"

Das Fenster wurde unvermittelt geschlossen. Vielleicht waren meine Antworten ja zu einsilbig. Ich wollte einfach nur noch weg. Das war mir aber nicht möglich, weil direkt vor mir ein Auto stand. Das wiederum konnte nicht weiter, weil der Angestellte ein Fenster weiter die Bestellung zwar hingehalten, aber nicht auf den Griff des Kunden danach gewartet hatte. Ergo folgte das Happy Meal den Gesetzen der Schwerkraft und landete am Boden.

Der Fahrer des Wagens versuchte dieses nun zu erreichen, kam aber sitzend nicht heran. Er legte den Rückwärtsgang ein und hielt Millimeter vor meiner Stoßstange. Als er endlich abfuhr - sein Essen war vermutlich schon erkaltet - atmete ich auf. Jetzt konnte nichts mehr schief gehen.

Als ich dann den Abholschalter erreichte, klatschte im Innenbereich der Küche jemand ein volles Tablett auf den Boden. Zum Glück war meine Bestellung nicht betroffen. Ich griff danach wie ein Ertrinkender nach dem Rettungsring und raste davon. Das nächste mal bestelle ich wieder anonym in der Pommesbude um die Ecke!

Labels: , , ,

Montag, Januar 04, 2021

Wo ist die Zeit hin? Hallo, 2021!

Ich habe gerade mit Entsetzen festgestellt, dass ich schon wieder neun Monate hier geschwiegen habe. Das liegt aber nur daran, dass die Zeit immer schneller rennt! Ich kann da sonst gar nichts für!

Na ja, Schwamm drüber. Die ewig gleichbleibenden Neujahrsvorsätze, hier fleißiger zu sein ... schenken wir sie uns doch mal. ;-) Aber immerhin poste ich ja mal wieder was.

Zuerst wünsche ich allen noch verbliebenen Gelegenheitslesern ein frohes neues Jahr 2021! Ich hoffe, dieses Jahr lässt euch Zeit für eure Pläne. Noch sind 361 Tage übrig, damit müsste sich doch was anfangen lassen.

Und da ein Plan nie verkehrt ist, habe ich mir einen für meine Schreibprojekte erstellt. Eine grobe Übersicht, was man machen könnte. Einiges ist festgezurrt und sogar schon terminiert, anderes sind Wünsche. Projekte, die ich sehr gerne mal angehen würde, weil sie mich recht glücklich machen könnten. Insgesamt ein dutzend Punkte steht auf dem Fahrplan. Drückt die Daumen, dass sie auch angefahren werden. :-)

Sobald der erste erreicht ist, werde ich euch unterrichten. Hier! Versprochen! ;-) 

Sonntag, März 22, 2020

Autorentag auf Eulenzaubers Bücherkiste

Auf Facebook widmet mir der Bücherblog "Eulenzaubers Bücherkiste" heute einen ganzen Tag. :-) Wer sich umfassend über mich informieren will, der darf gerne immer mal wieder auf Eulenzaubers Bücherkiste einen Blick riskieren. Interviews, Leseproben und andere spannende Dinge erwarten euch.

Labels: , , ,

Dienstag, März 03, 2020

Absage Leipziger Buchmesse 2020

Jetzt ist das geschehen, womit ich schon gerechnet habe. Die Leipziger Buchmesse 2020 wurde abgesagt. Etwas übertrieben diese Reaktion ... nur weil ich dieses Jahr nicht gekommen wäre ...


Aber Scherz beiseite, es ist schon sehr ärgerlich und das für eine ganze Menge Leute. Auf der einen Seite die vielen Besucher, die sich darauf gefreut haben. Messefeeling ist einfach etwas ganz besonderes.


Dann sind da die unzähligen Verlage, die große Vorplanungen getroffen haben. Lesungen und Standbesetzung wurden geplant. Ich gehe davon aus, dass die Verlage ihre Standgebühren wiederkriegen. Aber mit Sicherheit haben da auch einige mit guten Verkäufen gerechnet, vielleicht Bücher neu drucken lassen, die man ohne Messe schwerer verkaufen kann.


Dann kommen noch die ganzen Unterkünfte. Ich möchte nicht wissen, wie viele Buchungen abgesagt werden. Vor Ort Restaurants, Taxifahrer und so weiter.


Ich habe gelesen, dass kleinere Verlag schon an einer Online-Ersatzveranstaltung basteln und bin gespannt, was da passiert. Behaltet das einfach mal im Auge bei Facebook. Und kauft gerne direkt bei den Verlagen Bücher, falls ihr das eh vorhattet. Das hilft den Verlagen am meisten.


Was bleibt uns sonst? Kiloweise Nudeln und Reis kaufen, wie es viele machen? Ich warte einfach auf den Herbst und hoffe, dass der Corona-Spuk dann vorbei ist. Und wundere mich, warum am Wochenende so viele Fußballspiele stattfinden werden ...

Labels: , , , , , ,

Donnerstag, Februar 27, 2020

Die glorreichen Drei - Maddrax

Eigentlich werbe ich gar nicht gerne für den Händler mit dem großen A, aber jetzt hat sich zufällig etwas ergeben, was sich kein Werbefachmann besser hätte ausdenken können.


Aber der Reihe nach. Nächste Woche erscheint mein erster Maddrax-Roman, welcher den tollen Titel "Die glorreichen Drei" trägt. Und da Amazon es irgendwie nicht hinbekommt, mich nur einmal als Autor zu führen, so dass alle Titel angezeigt werden, wenn man auf meinen Namen klickt, hat sich ein Bild ergeben, das einfach wunderbar passt. Aber seht selbst - einfach auf den Link klicken, den Titel des Romans lesen und dann das Bild dazu. Herrlich! :-)


Die glorreichen Drei


Maddrax, Professor Zamorra und John Sinclair sind eben die glorreichen Drei. :-)

Labels: , , , , ,